Kündigungsschock

Ich rufe  meinen Chef an und sage ihm, dass ich kündige. Stille am anderen Ende... Ich erkläre, dass ich jetzt einen anderen Nebenjob habe, der wohl mehr meinen Fähigkeiten entsprich. Immer noch schweigt der Chef. Ich frage, ob ich schriftlich kündigen muss, oder ob die mündliche Kündigung reicht. Immer noch Stille am anderen Ende... dann antwortet er endlich - ich muss nichts schriftlich machen, aber bitte noch zwei Wochen arbeiten kommen.

An meinem nächsten Arbeitstag erwähnt der Chef meine Kündigung mit keinem Wort. Okay, denke ich, dann passt es ihm wohl nicht so ganz, dass ich aufhöre - ob es wohl daran liegt, das ich so eine gute Arbeit mache oder einfach daran, dass ich eine günstige Aushilfe bin, die sich nie beschwert.

 Mein zweiter Arbeitstag nach der Kündigung verläuft allerdings anders. Der Chef fragt, warum ich denn jetzt aufhöre und ob ich meinen Job im Kindergarten nicht mehr habe. Ich erkläre ihm die Situation erneut - vermutlich war der Schock damals zu groß, als das er weiter konzentriert zuhören könnte. Ich sage ihm, dass ich froh bin, hier gearbeitet zu haben. Und ich erzähle ihm, dass ich in 4 Monaten auch im Kindergarten gehen muss. Na dann könnte ich ja wieder hier arbeiten, meint er mit ein wenig Hoffnung in der Stimme.

Es tut gut zu wissen, dass er es bedauert, dass ich aufhöre hier zu arbeiten - vielleicht ist das Hotel doch der richtige Arbeitsplatz für mich. Ich könnte eine Ausbildung machen und dann aufsteigen und vcielleicht in einem richtig tollen Hotel in Köln arbeiten - oder auch nicht!

10.6.10 16:07, kommentieren

Wir sind was wir tun

Es ist interessant, wie sehr man manchmal durch ein Zimmer den Charakter einer Person einschätzen kann.

Es war kein Zimmermädchen da, also musste ich bei meiner Zimmerkontrolle auch die Zimmer der anwesenden Gäste sauber machen. Das hat eigentlich Spaß gemacht (weil es danach so schön ordentlich war).

Als ich in eines der Zimmer kam, sah ich, dass der Fernseher und der CD-Player zur Seite geschoben waren und lauter Gesunde Getränke auf dem Tisch standen. Es lagen zwei Kissen im Bett und auf dem einen lag ein kleiner Stofftier-Hamster, der mit der Decke zugedeckt war. Ich musste schmunzeln und konnte es mir nicht verkneifen ein Foto davon zu machen. Im Bad stand die Flüssigseife auf dem Boden und ein Stück Seife  lag auf einem Waschlappen am Waschbecken. Es war äußerst interessant dieses Zimmer zu reinigen.

Sagt das nicht viel über die Person aus, die dort Gast war?

1 Kommentar 31.12.09 01:07, kommentieren

Mein Alptraum wird wahr

Es gibt eine Sache, vor der ich mich gefürchtet habe, seit ich im Hotel arbeite: Wein verkaufen! Die Gäste können bei mir Getränke kaufen, auch Wein. Manchmal habe ich auch einfach nicht erwähnt, dass es Getränke zu kaufen gibt. Ich kenne mich damit einfach nicht aus und habe erst recht keine Ahnung, wie die Bezeichnungen der Weine ausgesprochen wird.

Als dann doch ein Gast fragt, ob er eine Flasche Wein bekommen kann, hole ich die Liste raus und gebe mein bestes, um die Namen der Weine vorzulesen - bei manchen weiß ich nicht einmal ob es Rot- oder Weißwein ist. Kurzentschlossen reiche ich den Herrn die Liste und bitte ihn etwas auszuwählen. Er erwiedert überfordert "Ich kenne mich da nicht so gut aus, suchen Sie doch bitte einen aus." "Ich kenne mich leider auch nicht aus." sage ich ihm und wir grinsen uns verlegen an. Da kommt mir in den Kopf, dass auf der Theke einige Weine stehen und wir schauen ihn uns gemeinsam an. Dann entscheiden wir uns für einen, der gut aussieht und sich gut anhört un der Gast nimmt ihn.

Hoffentlich muss ich das nie wieder tun!

1 Kommentar 31.12.09 00:57, kommentieren

auch anderen passieren Peinlichkeiten...

Zwei Herren kommen ins Hotel und resavieren für einen von ihnen ein Zimmer. Als der Gast mit Kreditkarte zahlen möchte hole ich unser uraltes Gerät, in das man die Karte rein legt und dann "ritsch-ratsch" die Daten auf den Beleg druckt - ohne jegliche Elektronik. Nach einer Bemerkung seitens des Gastes sage ich, dass wir darin ein Museumsstück haben. Der andere Herr schaut sich um, sieht die Decke an und meint "Ich sehe, Sie renovieren zurzeit". "Nein," sage ich "das ist extra so!" Schon etwas peinlich. Aber auf seine Entschuldigung für diese Bemerkung hin sage ich nur: "Schon gut, es ist ja nicht mein Hotel!" :-)

1 Kommentar 31.12.09 00:48, kommentieren

Hallo...?!?!?!

Während der Übergabe klingelt das Telefon. Meine Kollegin geht ran und redet mit einem Kunden. Plötzlich leuchtet ein rotes Lämpchen beim anderen Telefon auf und meine Kollegin zeigt auf das Lämpchen und schaut mich auffordernd an - aber zu was will sie mich auffordern??? Jerder würde wohl sofort verstehen, dass ein zweiter Anruf reinkommt und ich in auf der anderen Leitung annehmen soll, aber ich gucke sie nur fragend an. Immer noch mit dem Kunden redend deutet sie wild auf das ämpchen und schaut mich an, als würde sie mich gleich kündigen - kann sie natürlich nicht. Also nehme ich langsam den Hörer ab und sage zögernd "Hallo?". Und wer ist am anderen Ende der Leitung? Der Chef! Ups... "Wie Hallo?" sagt er "sind wir etwas ein Stundenhotel oder was?!" Dann verstellt er die Stimme und sagt in hohem "verführerischen" Ton "Hallo? Wie lange wollen sie das Zimemr denn buchen?" Zur richtigen Zeit das richtige zu sagen ist nicht immer leicht - meinen Job habe ich aber noch.

1 Kommentar 26.11.09 23:55, kommentieren

Der Kunde ist König...

Meine Arbeitszeit geht bis 22:00 Uhr. Bis 18:00 Uhr sollten die Gäste einchecken - tut aber eigentlich keiner. Bis spätestens 22:00 Uhr haben sie dann die Möglichkeit noch anzureisen. Manche Menschen nehmen das wörtlich und erscheinen um punkt 22 Uhr. Als letztens ein älteres Ehepaar um 22 Uhr eincheckte, bekamen sie ein Zimmer, dass dem Chrf besonders gefällt. Ich war froh, das endlich alle Gäste im Haus waren - das ist ein bisschen wie in einer Familie, in der die Mutti wartet, bis alle Kinder zu Hause sind. Ich schließe die Tür ab, ziehe meine Jacke an - da kommt die Dame noch einmal und meint, die Lamellen-Jalosien im Bad würden nicht ganz zu gehen und man könnte rein gucken. Ich schließe die Tür wieder auf und gehe mit ihr nach draußen, um mich zu überzeugen. Das einzige, was man erkennen kann ist ein Schatten... aber: Kunde ist König! Ich gebe ihr ein anderes Zimmer und mache mich daran die Daten in der Liste umzuschreiben. Ich bin gerade fertig mit dem Schreiben, da steht die Dame wieder vor mit und meint, ihr gefällt das andere Zimmer nicht, weil es da so merkwürdig riecht. Sie will doch in dem ersten Zimmer bleiben. Sie erklärt mir, sie würden einfach ein Handtuch vors Fenster hängen. Also alle Daten wieder zurück übertragen... damit fertig, steht der Mann der netten Dame im Raum und bittet um neue Batterien, die von der Fernbedienung wären leer. Ich suche also neue Batterien - bin ja erst sein kurzem da - und finde tatsächlich welche. Als ich gerade bereit zu Aufbruch bin, ruft der Chef an und fragt, ob alles in Ordnung ist. Ich erzähle kurz von dem anspruchsvollen Paar und tausche mich kurz mit ihm aus - er hat verständlicher Weise Verstaändnis. Kaum aufgelegt, kommt ein anderer Gast und fragt nach einem Bier. Also noch einmal in den Keller laufen um das Bier zu holen und kassieren. Als ich die Kasse wieder abgeschlossen und verstaut habe, beschließe ich noch einmal zum Zimmer des unzufriedenen Paares zu gehen, um mich zu vergewissern, das jetzt alles in Ordnung ist - großer Fehler!!! Die Ferbedienung geht immer noch nicht - es liegt wohl nicht an den Batterien -und die zwei beschweren sich über tausend Kleinigkeiten... Lange nach meinem eigentlichen Arbeitsschluss komme ich endlich raus - drehe mich nicht mehr um und bin froh und dankbar, dass es Gäste gibt, die mit dem Zufrieden sind, was unser Hotel bietet und dazu noch nett und sympatisch sind - ja, solche Gäste gibt es!

1 Kommentar 26.11.09 23:44, kommentieren

Der erste Tag im neuen Job

Da ich leider nur einen Teilzeitjob habe, muss ich mir mit einem Nebenjob die Brötchen verdienen. Ich arbeite also als Aushilfe im Hotel. Ich bin die Empfangsdame und das Mädchen für alles...

Zwei Monate ist es jetzt her, dass ich nach meiner Einarbeitung meinen ersten Arbetstag alleine bestreiten musste. Von Natur aus bin ich sehr tollpatschig und wenn jemandem eine Peinlichkeit in Form von runterfallenden Gegenständen oder flüssigem Inhalt passiert - gerade in Gesellschaft von  Leuten, die man nicht kennt - dann bin das meistens ich. Mein erster Arbeitstag sah also wie folgt aus: Ich habe in der Küche die Kaffeekannen gelehrt, um sie zu spülen. Bei dieser - eigentlich harmlosen - Aktion fällt mir die Kanne aus der Hand und die schwarze Brühe - wir machen sehr starken Kaffe um einen guten Ruf zu genießen - verteilt sich auf meinen Pullover! So kann ich die kommenden Gäste nicht begrüßen. Zum Glück habe ich ein T-shirt unter meinem Pullover an. Also arbeite ich in T-shirt weiter. Ich hantiere also weiter mit dem Kaffee und den Kannen ... Da fällt mir eine Tasse aus der Hand ins Waschbecken und auch dieser Inhalt verteilt sich großzügig auf meinem T-shirt. So viel Pech - oder Tollpatschigkeit - hatte ich nicht erwartet. Das T-shirt konnte ich ja nicht auch noch ausziehen, denn wir sind ein anständiges Hotel mit drei Sternen ;-) Aber Not macht erfinderisch (da habe ich als Tollpatsch so meine Erfahrungen). Pullover einfach mit der nassen Seite verdeckt über die Schultern hängen und die Ärmel vor den Flecken auf dem T-shirt verknoten. Ich bin sicher kein Gast hat Verdacht geschöpft.

1 Kommentar 25.11.09 00:23, kommentieren